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Freitag, 6. Februar 2015

Blutgeschwister - Dia Reeves

Wie versprochen: Heute eine weitere Buchvorstellung für euch.

Zwei Geschwister, Töchter eines Serienkillers. Zwei junge Mädchen, Außenseiterinnen mit einer Workaholic-Mutter. Zwei Schwestern mit dunklen Geheimissen und Wünschen. Als Töchter des Knochensägenkillers wollen sie sich, als bliebe ihnen nichts anderes übrig, wie er durch grausame Taten profilieren. Doch leider leider sind auch sie nur Mädchen, ihre Mutter versucht alles um sie mit anderen Menschen zusammen zu bringen. Sie versucht, die Leute vergessen zu lassen, dass ihr Mann mehr als 16 ihrer Mitbürger umbrachte. Als ob das noch nicht alles wäre, Stammen die Mädchen auch noch von einer Hexe an und die jüngere von den beiden Fancy hat ebenfalls magische Kräfte. Gruselig aber wahr. Und dann verliebt sich auch noch Kit in diesen merkwürdigen Gabriel, der mit enthaupteten Köpfen spielt. Dabei wollten Kit und Fancy doch für immer zusammen bleiben. Einsam, aber zusammen. Und wieso zum Teufel fliegt Gabriels älterer Bruder so auf Fancy?

Dieses Mal fiel die Inhaltsangabe etwas kurz aus. Aber ich fand das Buch jetzt auch überhaupt nicht gut. Das Problem lag für mich vor allem darin, dass die Autorin Krimi und Thriller mit Fantasy gemixt hat. Das kann gut gehen oder eben nicht. Aber in diesem Fall: Daumen runter. Der Klappentext hörte sich echt gut an, aber das Buch an sich hat mich ziemlich enttäuscht. Ich war wirklich froh, dass ich es mir nur ausgeliehen hab. Außerdem wurde es auch wirklich nach und nach ziemlich abgedreht. Erst fangen Kit und Fancy an, an einem Einbrecher rum zu schnibbeln, den Kit in Ableitung aus Frankenstein schließlich nur noch Franken nennt. Dann leben sie anscheinend in einer Stadt, die ständig von Monstern überfallen wird, wobei eine Unmenge zerstört wird und Menschen sterben, aber man geht daneben einfach ganz normal einkaufen. Auch stört mich die verwirrende Art und Weise, wie sich die magischen Kräfte bei Fancy äußern. Dazu kam einfach viel drumherum, von typischen Alltags-Teenie-Gerede bis hin zu Überlegungen Franken einfach das halbe Hirn raus zu schneiden, damit er sich nicht erinnern kann, was Kit und Fancy ihm antaten. Und die Krönung des Ganzen stellt die neue Zwischendimension dar, die Fancy mithilfe eines Gerätes öffnen kann, wo sie unter anderem Franken, Beweisstücke und "böse Menschen" drin verschwinden lassen. Nun ja nicht mein Fall nun mal.

Mein Fazit: Nix für mich, muss aber nicht auf euch zutreffen. Ich kanns nicht empfehlen.

Auf ein besseres Buch!
Eure Michelle

Der Kuss des Kjer - Lynn Raven

Ach du liebes bisschen! Lang, Lang ists her... in einer weit entfernten Galaxys. Okay ich schweife ab. Zugegeben ich war euch und der Welt der Worte leider herrlich untreu. Aber zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen: Ich hatte wirklich keine Zeit auch nur mal ein Stündchen in Ruhe zu lesen. Aber jetzt kommt direkt ein tolles Buch. Empfohlen von einer Freundin. Danke für dieses tolle Lese-Erlebnis und eine neue Lieblingsautorin in meinem Portfolio!

Der König der Kjer ist krank. Schwer krank. Seit Jahren. Auf Anraten seines persönlichen Speichelleckers schickt er seinen ersten Heerführer aus eine Heilerin der Nivard, ihren erbittertsten Erzfeinden zu finden, die Tränen der weißen Schlange zu schöpfen und die Heilerin zurück ins Reich der Kjer zu bringen. Die Kjer sind eine Art Wolfsmenschen, die Nivard kann man nur als normal bezeichnen. Doch was der Heerführer noch nicht ahnt: Seiner soll sich nach Beendigung seines Auftrages entledigt werden.
Lijanas befindet sich auf dem Heimweg, als sie zu einem Patienten gerufen wird. Doch statt einen Patient warten mehrere Kjer auf sie. Sie hat kene Chance zu fliehen. Der Anführer der Bande behandelt sich ziemlich grob, wenn auch nur verbal. Sie wird behandelt wie ein Gast, meistens. Natürlich nicht von Mordan. Ihre Gedanken gelten jedoch nicht nur diesem Grobian, sondern in Erster Linie Ahmaar, dem Prinzen der Nivard, ihrem Fast-Verlobten. Während sie sich anfangs noch den Kopf zerbricht, wie sie fliehen kann und die Gruppe aus Kriegern, die sie eskortieren immer weiter reist, zerbricht sich Ahmeer den Kopf, wie er seine Verlobte (ja in seinen Augen sind sie verlobt) zurückholen kann. Das Problem ist nämlich: Mordan, Lijanas Entführer ist niemand anderer als der berüchtige Blutwolf. Der gefürchtetste Krieger der Kjer, der Schlächter von Sajithara. Auf der Reise nach Turas lernt Lijanas auch eine andere Seite an Mordan kennen, sie weiß nicht, wer er wirklich ist. Doch warum greifen diese seltsamen Wesen, diese Seelenhunde sie immer und immer wieder an? Und was ist dort für ein finsteres Komplott im Gange? Was ist das Geheimnis um Mordans Herkunft und Lijanas eigene Vergangenheit?

 *Kreisch* Wers noch nicht gemerkt hat: Ich fand Der Kuss des Kjer einfach grandios. Der Stil ist traumhaft, die Sprache liest sich flüssig und ohne Unterbrechung. Einfach fesselnd. Außerdem: Es ist ein Einteiler und von Anfang bis Ende super durchdacht, jeder einzelene Handlungsstrang kam zu einer Auflösung. Die vielen komplexen Strukturen am Ende auch wieder sinnig zu verknüpfen und das in nur einem Buch ist schon ein Kunststück. Tatsächlich wird die Geschichte aus (grob abgezählt) 7 Sichten erzählt. Im Mittelpunkt stehen natürlich Lijanas und Mordan, aber auch andere kommen ausgiebeig zum Zuge. Diese loesen Enden zu einem großen Ganzen zu bringen, ohne es ZU kompliziert zu machen - super Sache! Was mich außerdem so begeistert hat ist die Beziehung zwischen Mordan und Lijanas. Wie man sich denken kann, soll nach und nach die große Liebe aufgebaut werden. Natürlich, aber der Weg dahin ist lang, auch steinig und der scharfe Witz, den die widerspennstige Lijannas und der sture, schnell aufbrausende Mordan unfreiwillig immer wieder zur Schau stellen, ist einfach köstlich zu genießen. Ich hab mich zwischendurch fast weg geschmissen vor Lachen. Meine Fantasie hat natürlich wieder ihr übriges getan, um mir die Situationen klar vorzustellen. Ein Traum.  Wer nicht nachvollziehen kann, was ich meine: LESEN! Umbedingt. Definitv. Ab in den nächsten Buchladen.

Mein Fazit: Witzig, herzzereissend einfach fantastisch!

Auf ein nicht zu fernes Wiederlesen!
Eure Michelle

Der Medicus - Noah Gordon

Schon klar, Der Medicus ist ein etwas älteres Buch, aber der Film im Kino gab mir den Anlass es noch einmal zu lesen, bevor ich mir das ganze reinziehe.

Der neunjährige Rob Jeremy Cole verliert innerhalb kürzester Zeit seine ganze Familie. Seine Mutter stirbt in Folge der schweren Geburt seines jüngsten Bruders, sein Vater bekommt eine schwere Lungenkrankheit und stirbt nur kurze Zeit später. Da Rob seine Eltern gepflegt hat, fand er heraus, das er spüren kann, ob ein Mensch stirbt, indem er seine Hände anfasst. Diese "Gabe" erschreckt ihn zunächst, aber er kann auch positive Lebenskraft fühlen, was ihn für den kalten Schauer des Todes entschädigt. Seine jüngeren Geschwister werden alle von verschiedenen Familien aufgenommen, bis auf einen wird Rob sie nie wieder sehen. Rob selbst findet keine Familie, seine Zukunft ist noch ungewiss. Im London des 11. Jahrhunderts leben unter König Knut wie zuvor unter König Aethelred "Unfreie" nichts anderes als Leibeigene, die auf den guten Willen ihrer Herren angewiesen sind. Dieses Schicksal blüht Rob bereits, als aus heiterem Himmel der "Barder" auftaucht. Der Barder nimmt Rob als seinen Lehrling auf und zieht mit ihm durch ganz Großbritannien um Menschen für kleines Geld zu behandeln. Die Medizin ist in vielerlei Hinsicht noch absolut unterentwickelt, aber dennoch trifft Rob immer wieder auf verschiedene Ärzte. Sie nennen sich selbst Medicus. Einer davon, ein jüdischer Medicus, sticht einem Patenten, dem Rob nicht helfen kann, einen grauen Star, sodass er wieder sehen kann. Rob ist davon fasziniert und findet heraus, dass der Mann im fernen Persien in Isafhan bei dem "Arzt der Ärzte" seine Ausbildung genossen hat. Im Gegensatz zu den europäischen Medicus-Schulen, die nur unwissende und inkompetente Stümper hervorbringen, hat dieser Medicus eine ausgezeichnete Ausbildung und weiß viel mehr über verschiedene Dinge, als Rob sich jemals erträumt hätte. In Rob beginnt der Wunsch zu keimen ebenfalls ein solcher Medicus zu werden. Nach dem plötzlichen Tod seines Lehrmeisters beschließt Rob nach Isafhan zu Reisen zum Arzt der Ärzte und dort zu studieren. Dabei trifft er die bezaubernde Mary Cullen, eine junge Schottin, die Liebe seines Lebens. Gleichzeitig steht er vor dem größten nur vorstellbaren Problem: Die Schule nimmt nur Muslime oder Juden als Schüler auf, an Christen ist nicht zu denken? Was nun? Wird er seine Ausbildung abschließen? Mary heiraten und glücklich werden? Wird er je wieder nach England zurück gehen?

Der Medicus ist auf jeden Fall etwas für ausdauernde Leser. Ich bin schon ziemlich stolz darauf, dass ich die 1800 Seiten in relativ kurzer Zeit geschafft habe. Als erstes muss ich dazu sagen: Man darf nicht vergessen, dass es ein ROMAN ist, d.h. obwohl er eine Basis auf historischen Personen und Begebenheiten hat, ist ein großer Teil frei der Fantasie des Autors entsprungen. König Aethelred und König Knut gab es tatsächlich und viele ihrer Taten, die im Buch angerissen werden, geschahen tatsächlich. Ebenso gab es die berühmten Ärzte al'Juzjani und Ibn Sina (dieser ist auch der Arzt der Ärzte und hat eigentlich einen viel längeren Namen, im allgemeinen heißt er jedoch nur Ibn Sina). Ihre Werke und ihr Wirken ist auch teilweise belegt, Dementsprechend Gut ist das Buch auch recherchiert. Was mir an dem Buch außerordentlich gut gefällt, ist der ständige Konflikt zwischen den drei monotheistischen Religionen, sowie der Vorstellung von Macht und Herrschen. Rob lebt in Isafhan in direkter Verbindung mit dem Schah Persiens, lebt im Dunstkreis der "Oberschicht" und wird immer wieder in politische Verwicklungen hineingezogen. Ebenso interessant finde ich die medizinischen Beobachtungen, die anscheinend wirklich bereits zu dieser frühen Zeit belegt waren. Andererseits stört mich etwas, dass zum Verständnis des Lesers wiederum Begriffe verwendet wurden, die damals soweit ich recherchieren konnte, noch gar nicht geprägt waren. Die Pest wurde erst im Mittelalter "Der schwarze Tod" genannt und Krebskrankheiten wurden auch erst viel später als solche benannt und diagnostiziert. Andererseits macht dies auch wieder deutlich, wie weit voraus der Orient in den Naturwissenschaften gewesen ist. Die westliche Welt war in dieser Hinsicht nicht nur unterentwickelt. Chirurgische, diagnostische und pharmazeutische Kenntnisse beschränkten sich weitestgehend auf christliche/ biblische Lehren, die meist das Austreiben eines Dämons verfolgten und dem Kranken eher schadeten als halfen. Die Dokumentation von Krankheiten usw. war ebenfalls relativ gering (was unter anderem an der schlechten Bildung lang), während der Orient seine Kinder früh ausbildete und förderte. Ebenso das Judentum kann sich auf hohe Gelehrsamkeit berufen. Ebenfalls ein Aspekt, den ich noch ansprechen möchte: Das Buch wird zwischendurch furchtbar langatmig. Lange, interessante Episoden werden von z.T. sterbenslangweiligen Beschreibungen von Reisen unterbrochen. Schon klar, diese waren früher mehr als nur beschwerlich und gefährlich, aber trotzdem war es etwas zu viel und zu langweilig. Trotzdem finde ich das Buch klasse, ebenso wie die zwei folgenden Teile. Diese spielen jeweils später, aber die Gabe, die Rob entdeckt, wird auch durch die Jahrhunderte hindurch an das älteste Kind des ältesten Kindes weitervererbt. Ebenso wie ein Skalpell aus indischem Stahl, den Rob bekommen hat. Sehr faszinierend!

Mein Fazit: Nicht nur das Buch ist lang, auch diese Rezension, aber nur weils lang ist, ist es noch lange nicht Langweilig!
 
Ein schönes Wochenende!
Eure Michelle

Eiskalte Umarmung: Poesie der Angst - Astrid Korten

Pfui, ich hab mir ja schon so einiges durchgelesen, aber das Gesamtbild war wirklich erschreckend.

In der Hauptrolle geht es um Katharina Wendler und ihre Schwester Anna. Als Anna auf die Welt kommt ist Katharina bereits 10 Jahre alt. Der neue Mann ihrer Mutter ist jedoch sehr gruselig und je älter Katharina wird, desto offensichtlicher wird, dass er noch mehr von ihr will. Doch Ben ist nicht der einzige, der Katharina beobachtet. Da ist auch noch Jakob. Jakob, der ein Faiblé für blonde, engelsgleiche Frauen hat, wie Katharina eine wird. Die Mordfälle, die München und Umgebung zwischen 1981 und 1995 geschehen sind von perverser Gewalt gezeichnet, verstümmelt, geschändet, entsorgt. Der junge Kommissar des Morddezernats München Robert Hirschau beginnt zu ermitteln, doch der Täter ist zu gut. Zu wenig Spuren, die Kriminaltechnik der 80er Jahre stößt mehr als nur an ihre Grenzen. Sie ist in dem Sinne wie heute noch gar nicht Existent. DNA-Analyse noch gar nicht erfunden, die Technik in der Entwicklung. Allein die Blutanalyse und der Kriminalpsychologe sind in der Lage ein schemenhaftes Profil zu erstellen, Beweise sind rar, Zeugen existieren meist nicht. Ein Mann, Zwischen 40 und 50 Jahren, mit Jagd- oder medizinischen Kenntnissen. Vermutlich mit einem gravierenden Trauma in der Kindheit oder Jugend, welches mit blonden Frauen mit zur Seite gekämmten Haaren zu tun hat. Und auch Katharina schwebt in großer Gefahr...

Ohne Zweifel, ich fand den Thriller Eiskalte Umarmung: Poesie der Angst echt gut. Das Interessante sind die vielen Perspektiven, aus der die Erlebnisse berichtet werden. Man durchlebt den Thriller aus verschiedenen Perspektiven und bei jeder trauert man mit. Auf der anderen Seite sind die Beschreibungen so unglaublich bildlich. Manchmal wird es wirklich schon etwas hart, aber sowas muss ein Leser definitiv abkönnen, finde ich. Dazu kommt, dass es nur ein... halbes Geheimnis um den Mörder ist. Irgendwann erahnt man jedoch nur, dass hinter dem Namen, jemand anders steckt. Also beginnt nun doch das große Rätselraten, wer der Serienmörder wirklich ist. Was mir an der Story außerdem sehr zusagte, waren die Hintergründe, die verarbeitet wurden. Mit Bezug auf die deutsche Nachkriegszeit unter amerikanischer Besatzung. Wie eine junge Mutter mit einem kleinen Sohn ihren Nutzen daraus zieht. Das Trauma, welches der Junge erleidet, ist wirklich traurig. Und die Schicksale der jungen Frauen sind noch viel schlimmer. Die Mischung aus schizoidem Soziopath inklusive Drogenkonsum, sowie einer fanatischen religiösen Manie sind echt grauenhaft. Am schlimmsten fand ich aber den Schluss. Er hat so einen furchtbar bitteren Beigeschmack, der psychologische Schaden bei dem einzigen Überlebendem Opfer, welches schon seit der Kindheit schwere Lasten zu tragen hatte, ist immens. Traurig, aber ein echt gutes Buch.

Mein Fazit: Schauderhaft und endlos traurig. Psychische Erkrankungen, Drogenkonsum, häusliche Gewalt, schwierige Kindheitsgeschichten. Wie immer guter Stoff für Krimis/ Thriller.
 
Einen schönen Abend! Hoffentlich ohne eventuelle Horrorszenarien hoffe ich.
Eure Michelle

Königsmädchen - Martina Fussel

Neues Buch, neue Story und das obwohl ich erst gestern Abend mit dem Lesen begonnen habe. Das Königsmädchen, einfach faszinierend.

Lilia ist eine junge Dame. Als der Oberste ihres Volkes ermordet wird, muss ein neuer gewählt werden. Dieser wiederum muss in der Deligo eines der heiratsfähigen Mädchen auswählen um diese zu seiner Frau zu machen. Jetzt schlägt Lilias große Stunde. Als sie dann noch erfährt, dass der wahnsinnig gut aussehende und ihr langjähriger Freund Kintho der neue Oberste ist, fällt sie aus allen Wolken. Sie und ihre beste Freundin Hanna werden zu Königsmädchen, die im Tempel ihres Volkes bei dem Obersten wohnen. Eine nach der anderen wird gehen bis am Ende die neue Oberste über bleiben wird. Obwohl Lilias Familie direkt neben dem Tempel wohnt, soll auch sie in den Tempel ziehen. Sie hat jedoch einen unbändigen Freiheitsdrang und als sie das letzte Mal im Wald ist, ihre Freiheit genießen, wird sie von einem Nebulos angegriffen - Ein furchtbares Tier mit scharfen Krallen und unglaublicher Kraft. Doch der junge Briar rettet sie. Beide werden schwer verletzt, schaffen es jedoch zu fliehen. Zwischen ihnen entwicklen sich, obwohl sie sich kaum kennen tiefe Gefühle und all das auch noch, obwohl sie Königsmädchen ist. Doch von alldem nicht genug: Bald darauf entstehen Intrigen und Kabalen anderer Völker, um den Stein der Erde, der Lilias Volk schützt und behütet zu stehlen. Dann wird auch noch Lilias Vater ermordet und die Ereignisse überschlagen sich...

Wie ich dieses Buch so schnell lesen konnte? Ganz einfach: Ich hab es im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen! Ehrlich. Wenige Stunden haben gereicht. Es ist eine wunderbare Story. Durchaus mit einem Hauch Kitsch, diese scheinbare Dreiecksbeziehung zwischen Kinthos, Lilia und Briar bekommt immer ordentlich Pfeffer, vor allem dadurch, dass Kinthos und Briar sich ebenfalls kennen. Neben den typischen Mädchen-Zankereien innerhalb der Königsmädchen kommen mystische Geheimnisse einer Welt zum Vorschein, die von den Elementen beherrscht wird. Die Menschen glauben entweder an Feuer, Wasser, Luft oder eben Erde, statt an einen gemeinsamen Gott. Lilia ist ein halsüberkopf verknalltes Mädchen, aber Briar ist keinen Deut Besser. Gleichzeitig ecken sie aber auch immer wieder an, vertiefen dabei ihre Beziehung und stecken in dem Zwiespalt zwischen ihrer Liebe und ihren Freunden. Außerdem kommt noch die schwierige politische Lage hinzu. Was mir besonders gefiel war die Dramatik, die sich an verschiedenen Stellen des Buches immer weiter gesteigert hat. Der Schluss ist relativ turbulent, aber auf das Friede-Freude-Eierkuchen-Ende muss man natürlich nicht verzichten. Stilistisch liest sich Das Königsmädchen auch super, ebenfalls ein Grund, weshalb ich so schnell fertig war. Abgesehen davon konnte ich es nicht abwarten, ob meine Vermutungen, was die verschiedenen Liebesbeziehungen des Buches anging, sich bewahrheiten. Ich fand es zuckersüß, zwischendurch auch traurig, teilweise dramatisch und viele Stellen verleiten sehr zum Schmunzeln. Auch wenn einem Teile so vorkommen, wie aus einem historischen Roman und relativ belanglos, tatsächlich dreht sich ein großer Teil um die Wahl der neuen Frau an Kinthos Seite, wurde es nicht langweilig. Eher sehr emotional und auch schwierig für Briars und Lilias Beziehung. Mädchenlike kitschig, wie gesagt. Trotzdem toll.

Mein Fazit: Ergreifende Geschichte. Drama, wahre Freundschaft und der Kampf um die ganz große Liebe!
 
Schönen Abend noch!
Eure Michelle

Vom Tod verführt - Kalanya Price

Nach kurzer Lesepause, sowas braucht nun mal Zeit, kann ich euch endlich wieder zwei neue Bücher vorstellen. Das erste ist heute Vom Tod verführt.

Alexis Craft ist eine Hexe, eine Schattenhexe genauer gesagt und außerdem ist der Tod einer ihrer besten Freunde. Sie arbeitet privat als Schattenbeschwörerin  für Angehörige, die noch einmal mit ihrem geliebten Verstorbenem sprechen wollen. Ab und zu arbeitet sie auch für die Polizei. Außerdem lebt sie in Nekros, der Stadt in ganz Amerika mit den meisten Hexen und anderen magischen Wesen. Nekros liegt im 54. Bundesstaat von Amerika und existiert seit etwa 50 Jahren.
Doch auf einmal kommt es zu mysteriösen Mordfällen, ein sonst harmloster Schatten dreht völlig durch und geht auf Alexis los, fügt ihr sogar eine Wunde zu. Und was will dieser neue Detective Andrews ständig von ihr? Alexis wird in einen Kriminalfall der besonderen Art verwickelt, deckt viele Geheimnisse auf, nicht nur über die Welt der Magie, sondern auch über ihre eigentlich erzkonservative Familie, die sie verstoßen hat, weil sie eine Hexe ist. Was geht da in der Schattenwelt vor sich???

Ehrlich? Ich fand das Buch hammermäßig gut. Es war mal etwas anderes in eine Welt hinein zu gelangen in denen die Identitäten von Hexen, Magiern und Angehörigen der verschieden magischen Gattungen bekannt sind. Anders als in anderen Fantasy Büchern mit realem Bezug, müssen sie sich hier nicht verstecken. Dafür sind sie jedoch - salopp gesagt - schon fast verfolgte Minderheiten. Es gibt in die so genannte Human-First-Partei, die sich vehement gegen die magische Welt ausspricht und gegen sie wettert. Magie scheint ein realtiv umstrittenes Thema zu sein und die Human-First-Partei ist hierfür der offizielle Vertreter. Was mir zudem wirklich gefallen hat war, dass die Protagonistin in einen wirklich spannenden Kriminalfall hinein schlittert. Die Verbindung aus Fantasy und Krimi ist hier wirklich gelungen, denn das Buch bleibt durchweg spannend, fesselnd, überzeugt aber auch mit einer spritzigen Ironie. Außerdem fand ich diese fast greifbare, knisternde Gefühlsachterbahn zwischen Alexis und Detective Andrews, die begleitet wird, von unvorhergesehenen Ereignissen, viel Sexappeal und einer sehr wechselhaften Beziehung. Und die Erotik gegen Ende des Buches - Ich muss sagen: Wow. Sehr gut vorstellbar, fast greifbar, KOPFKINO. Es kommt einem aber nicht vor wie so ein billiger Sexroman. Wirklich heiß!

Mein Fazit: Toller Fantasy-Krimi. Lesespaß garantiert.
 
Liebe Grüße,
eure Michelle

Die Insignien des Pan - Sandra Reigner

Etwas spät vielleicht, schließlich bin ich wieder gesund, aber leider waren die letzten Tage etwas turbulent. Deshalb komme ich erst jetzt dazu euch von der tollen neuen Trilogie zu berichten, die ich in die Finger bekommen haben!

Felicity ist durchschnittlich, vielleicht auch weniger als das. Schließlich nennen sie alle nur verächtlich "City" - die Stadt. Sie hat keine top Figur, kommt aus ärmlichen Verhältnissen und muss so ziemlich jeden Abend ihrer Mum im Pub aushelfen. Ohne Bezahlung, dafür viel mehr mit dem Lohn von täglichem Zuspätkommen in die Schule und dem üblichen Kneipengestank nach Zigaretten und schalem Bier. Ihre wenigen Freunde halten zu ihr, sie ist schlagfertig und lässt sich nicht vom Star-Club ihrer Schule fertig machen. Bis der wunderschöne, außergewöhnliche Lee in ihr Leben platzt. Der als erstes direkt mit ihrer Namensvetterin und Star-Club-Vertreterin Felicitiy knutscht. Der sich unvermittelt neben sie setzt. Der sich für "City" interessiert. Der sie bald Fay nennt -  Fee. Der sie verzaubert. Der ihr in ihren dunklen Momenten beisteht, wenn sie wieder Krach mit ihrer Familie hat. Und dann passiert es plötzlich. Von jetzt auf gleich befinden sich Lee und Fay im 8. Jahrhundert bei Aachen. Fay lernt den jungen Karl kennen, später Karl der Große. Und sie erfährt, wer Lee wirklich ist: Ein Halbelf, oder auch Elb. Ein Zeitagent, wie er sich selbst nennt. Er reist durch die Zeit, um gewisse Dinge "gerade zu rücken" wie er es nennt. Damit die Dinge so geschehen, wie sie müssen. Und Fay? Wieso kann sie durch die Zeit springen? Wieso verfügt auch sie über Magie? Dabei ist sie nachweislich keine Elfe. Und was genau sind die Insignien Pans und was hat es mit den Drachenkindern auf sich?

Ich muss ehrlich sein, ich liebe diese Bücher. Die Trilogie hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen. Nicht zuletzt die Schlagfertigkeit von Fay sorgt für viel Witz. Auch ihre Tollpatschigkeit, Sturheit und ihr Bestreben etwas besseres aus sich zu machen, als eine ärmliche Pub-Besitzerin, verhelfen dem Buch zu grundlegenden Elementen, die es unheimlich lebensnah machen. Außerdem, das gefiel mir besonders, nimmt die Autorin oft Bezug auf relativ aktuelle Ereignisse der Weltgeschichte, wodurch das Buch noch näher an der Realität erscheint, auch wenn es sich bei Die Insignien des Pan definitiv um eine Fantasy-Trilogie handelt. Bezeichnend für die Trilogie ist auch die Veränderung die Fay durchmacht. Von der pummligen, muffelnden Stadt ist nicht mehr viel übrig, nachdem sie sich etwas mehr zurecht macht und durch Sport einige Pfunde verliert. Sie wird um einiges selbstbewusster, was sie auch für die Männerwelt ganz schön attraktiv macht, augenscheinlich jedenfalls, denn die kitschige Liebesgeschichte mit Lee wird durch diverse andere "Männerbekanntschaften" gestört. Ein weiterer Aspekt, der mir sehr gefiel, war die Vielschichtigkeit der Handlungen, die die Autorin miteinander verwoben hat. Das Ganze schließlich auch zu einem stimmigen und vor allem erfolgreich (Happy End oder nicht, das sei jetzt mal dahingestellt) zu einem Ende zu bringen, ist durchaus eine Meisterleistung. Ich kann mich nicht Recht erinnern, in einem der Bücher schwache Momente gefunden zu haben, die ich oft bei Buchreihen finde. Die Autoren dürfen natürlich mit ihren Werken und Ideen verfahren wie sie wollen, aber oft zerstören sie etwas von dem, was sie sich vorher mühsam aufgebaut haben. Oder werden zu langatmig. Sowas stört mich dann am meisten, wenn man nicht auf den Punkt kommt und die Handlung im wahrsten Sinne des Wortes Lückenfüller ist. Und ein weiterer Punkt, der mich sehr erfreut hat: Es ist mal wieder eine deutsche Schriftstellerin, die dieses Wunderwerk verfasst hat. Tja, das Volk der Dichter und Denker eben!
Und keine Angst: Wer jetzt denkt, es hat was von der Rubinrot-Trilogie, der irrt sich. Auf ganz anderer Schiene mit ganz anderen Hintergründen! Definitiv anders und vor allem sehr erfrischend.
So genug gequatscht! Und jetzt ab in den Buchladen! Bestellt euch die Trilogie!

Mein Fazit: Witzig, sprühend vor Leidenschaft und Humor. Super schöne Story, noch mal was anderes in der großen Welt des Genre Fantasy!

Ich meins ernst: Ab in den Buchladen! :D

Liebe Grüße,
 
Michelle